Die Arbeitsgruppe Mammakarzinom und gynäkologische Tumoren beschäftigt sich mit der Planung und Durchführung von Versorgungsforschungsprojekten und Studien (investigator initiated trials). Ein Schwerpunkt der Projekte liegt im Bereich metastasiertes Mammakarzinom, Projekte beim frühen Mammakarzinom und gynäkologischen  Tumorerkrankungen werden ebenfalls durchgeführt sowie auch translationale Fragestellungen bearbeitet. Die Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen innerhalb der AIO und der DKG wird angestrebt.

Sprecher*innen

Thomas Decker

Prof. Dr. Thomas Decker

Sprecher

Onkologische Praxis
Elisabethenstraße 19
88212 Ravensburg

Telefon +49 751 3661970
E-Mail decker@onkonet.eu

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Prof. Dr. Antonia Busse

Stellvertreterin

Charité Campus Benjamin Franklin
Med.Klinik III Hämatologie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

E-Mail antonia.busse@charite.de

Leitgruppe

Dr. Mathias Groschek, Stolberg
Dr. Volker Hagen, Dortmund
Dr. Norbert Marschner, Freiburg
Dr. Lothar Müller, Leer
Dr. Siegfried Rösel, Gütersloh

Dr. Bärbel Schädlich, Leipzig
Dr. Frank Schlegel, Eschweiler
PD Dr. Anja Welt, Essen
Dr. Anke Wortmann, Soest
Dr. Matthias Zaiss, Freiburg

State-of-the-Art Vortrag November 2025

Vorsitz: Prof. Dr. Antonia Busse

State of the Art Mammakarzinom und gynäkologische Tumoren
Prof. Dr. Thomas Decker

Berichte

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2025

Die AG Mammakarzinom und gynäkologische Tumoren hat vier thematische Schwerpunkte:

  • Durchführung von klinischen Studien, Entwicklung neuer Studienkonzepte
  • Ausbau der Logistik, Optimierung der Studienvoraussetzungen in den aktiven Studienzentren
  • Intensivierung der Kooperation mit anderen Studiengruppen
  • Vorbereitung von Expertenmeetings und Symposien

Präambel

Patientinnen mit Mammakarzinom werden von Gynäkologischen Kliniken, Niedergelassenen Gynäko-Onkologen und in großem Umfang durch die Niedergelassenen Hämato-/Onkologen (NHO) behandelt. Der Schwerpunkt der Gynäkologen liegt eher im operativen und (neo-)adjuvant chemotherapeutischen Bereich. Patientinnen mit metastasiertem Tumorleiden werden zu > 50% im internistisch-onkologischen Fachbereich und hier v.a. von den NHO behandelt. Die Analyse der Daten des Tumorregisters Mammakarzinom (TMK) und des Nachfolgeprojekts OPAL von iOMEDICO zeigt, dass ein umfangreicher Anteil der adjuvanten chemotherapeutischen Behandlungen ebenfalls bei den Niedergelassenen Onkologen stattfindet.

Optimierung der Studienstruktur/Logistik der Praxen

Durch zunehmende Studienaktivitäten hat die Internistische Onkologie ihre Position in der Versorgung der Patientinnen mit frühem und metastasiertem Mammakarzinom seit 2006 deutlich verstärken können. Über 300 Zentren im Bereich der AIO/NHO beteiligen sich an den Mammakarzinom-Projekten und der gyn-onkologischen Plattform SMARAGD.

Kooperation mit anderen Studiengruppen

Die breite Vernetzung mit anderen Studiengruppen geht voran. Viele AIO-Mitglieder beteiligen sich rege an den Therapiestudien der AGO, GBG und WSG werden zunehmend auch in Studienplanungen dieser Gruppen gefragt und integriert. Die AIO AG Gyn. Tumore und Mammakarzinom kooperiert zunehmend in Projekten mit Kolleginnen und Kollegen der Gynäkologischen Onkologie. Die Zusammenarbeit ist sehr kollegial, themenorientiert und erleichtert die Durchführung umfangreicher gemeinsamer Studien-konzepte.

Aktive Studienprojekte und Planungen  

HR pos./HER2 neg.: INGE-B

Im September 2016 begann INGE-B zunächst mit 2 Kohorten (n=2*60 Pat.) mit der Rekrutierung von Patientinnen, die mit Letrozol + Palbociclib in 1st- oder later-line behandelt wurden. Nach wenigen Monaten wurde das Projekt auf 6 Kohorten mit je 60 Patientinnen erweitert. Palbociclib in 1st-line in Kombination mit Anastrozol/Letrozol/Exemestan oder mit Fulvestrant. Zwei Kohorten untersuchen Palbociclib in Later-line mit Letrozol, bzw. Fulvestrant. Die Rekrutierung in INGE-B lag deutlich über Plan. Der LPI wurde bereits im November 2018 erreicht.

Das Projekt wurde 2023 beendet. Die Endauswertung ist erfolgt. Primäres Ziel war die Evaluierung der Wirksamkeit, bewertet durch die klinische Nutzenrate (CBR, Clinical Benefit Rate). Die Ergebnisse, u.a. zur Beurteilung der Behandlungswirksamkeit durch Bestimmung des Progressionsfreien und Gesamtüberleben, wurden 2025 als Vollpublikation veröffentlicht.

OPAL: Tumorregisterplattform Mammakarzinom

Ein weiterer Schwerpunkt der AG liegt in der Versorgungsforschung und der Durchführung von sorgfältig prospektiv geplanten Registerstudien. Das umfangreichste Projekt der AG ist das Tumorregister Mammakarzinom (TMK, Rekrutierung 2007-16), sowie das Nachfolgerprojekt OPAL (Rekrutierung 2017-2025), organisiert und initiiert von iOMEDICO. In den Projekten wird deutschlandweit die reale Versorgungssituation des Mammakarzinoms über alle Therapielinien hinweg dokumentiert.

Über 250 Zentren nehmen aktiv an den Projekten teil. Insgesamt wurden 9500 Patientinnen mit frühem bzw. metastasiertem Mammakarzinom rekrutiert, davon 4500 im Rahmen des Tumorregisters Mammakarzinom und weitere 5000 Patientinnen im Rahmen von OPAL.

Mit dieser hervorragenden Entwicklung und ihrem sektorenübergreifenden, prospektiven Konzept sind das TMK und OPAL von hohem Interesse. Die Projekte sind Gegenstand vieler Vorträge auf nationalen und internationalen Kongressen, wie beispielsweise der DGHO-Jahrestagung, dem Senologie-Kongress, dem ESMO-Kongress, der ABC-Konferenz und dem SABCS Symposium.

SMARAGD: Tumorregisterplattform Ovarialkarzinom und Endometriumkarzinom

Ergänzend zur Mammakarzinom-Plattform OPAL startete in Q4/2021 erfolgreich die Tumorregisterplattform SMARAGD, die erste prospektiv rekrutierende, intersektorale und interdisziplinäre Real World Plattform im Gyn-Onkologie Bereich. Die teilnehmenden Zentren setzen sich partnerschaftlich aus Gyn-Onkologen und Internistischen Onkologen zusammen. Insgesamt werden 1.600 Patientinnen mit OC und 375 Patientinnen mit EC in SMARAGD aufgenommen und der Behandlungsverlauf über einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren dokumentiert, die ersten 700 Patientinnen mit OC werden bis zu 5 Jahre nachbeobachtet.

Das 2. AIO Joint Projekt der AIO und iOMEDICO hat mittlerweile über 1.400 Patientinnen rekrutiert – über 140 Zentren aus ganz Deutschland nehmen an dem Projekt teil.

Erste Daten zur Behandlungsrealität von fortgeschrittenen gynäkologischen Tumoren wurden bei den DGHO-Jahrestagungen seit 2022 präsentiert mit Fokus auf Erhaltungstherapien beim fortgeschrittenen OC im Jahr 2023 und auf die Implementierung von Biomarkertestung und neuer Therapieoptionen in die klinische Routine im Jahr 2024. Ein Update dieser Daten wurde bei der ESGO-Kongress 2025 vorgestellt. Die erste Vollpublikation ist in Planung.

DISCUSS

Randomisierte Phase II Studie beim Hormonrezeptor positiven Her2 neu negativen metastasierten Mammakarzinom. In dieser Studie wird randomisiert das Absetzen des CDK4/6 Inhibitors bei einer Krankheitskontrolle von mindestens 1 Jahr geprüft. In 15 teilnehmenden Zentren wurden bisher knapp 70 Patientinnen randomisiert. Ein translationales Programm ist in Planung.

ELEMENT (AIO assoziierte Studie):

Diese Randomisierte Phase 2 prüft die Hinzunahme einer endokrinen Therapie (Elacestrant) zu dem PARP Inhibitor Olaparib bei Patientinnen mit HR+, Her2- metastasiertem Mammakarzinom und Nachweis einer BRCA1/2 Mutation. Die Studie wird federführend von der German Breast Group durchgeführt.

RED CLONE:

Diese Studie ist bei der Deutschen Krebshilfe zur Förderung eingereicht (randomisierte Phase III). 1st line metastasiertes HR+, Her2- Mammakarzinom. 1stline intermittierend Capecitabine statt CDK4/6 + endocrine Therapie.

Die Tabelle zeigt den Überblick über die aktuellen Studienaktivitäten 2024/25:

Symposien

Die AG nimmt an allen wichtigen (inter-) nationalen Symposien teil.

Ausgewählte Publikationen / Präsentationen

Interner Bereich

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