Die Arbeitsgruppe Digitalisierung hat zum Ziel, Projekte und Studien zur Digitalisierung in der Onkologie und zur Implementierung digitaler Tools in der internistischen Onkologie zu fördern und eine Plattform dafür zu entwickeln.

Die AG Digitalisierung steht damit allen Arbeitsgruppen der AIO und darüber hinaus zur Verfügung, um die Expertise in der Digitalisierung zu bündeln und um möglichst viele Mitglieder der AIO und auch der Krebsgesellschaft insgesamt zu informieren und zu beteiligen.

Sprecher

Prof. Dr. Hartmut Link

Prof. Dr. Hartmut Link

Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie
Finkenhain 8
67651 Kaiserslautern

Telefon +49 631 3503709
E-Mail link@aio-portal.de

Dr. med. Friedrich Overkamp

Dr. med. Friedrich Overkamp

Arzt für Innere Medizin, Hämatologie, Internistische Onkologie
OncoConsult Overkamp GmbH
Europaplatz 2
10557 Berlin

E-Mail: overkamp@onkowissen.de

State-of-the-Art Vortrag

Prof. Dr. Hartmut Link
Anlässlich der AIO-Herbsttagung im November 2021

Berichte

Bericht der Arbeitsgruppe vom November 2021

Die Arbeitsgruppe Digitalisierung hat zum Ziel, Projekte zur Digitalisierung in der Onkologie und zur Implementierung digitaler Tools in der internistischen Onkologie zu fördern und eine Plattform dafür zu entwickeln. Naturgemäß sind dies Querschnitts-Themen, die für alle AGs der AIO relevant sein können.

Die Projekte können daher hier präsentiert, diskutiert und dann auch als AIO Studie angemeldet werden.

Die AG Digitalisierung steht auch allen AGs zur Verfügung, um die Expertise in der Digitalisierung zu bündeln und um möglichst viele Mitglieder der AIO und auch der Krebsgesellschaft insgesamt zu informieren und zu beteiligen.

Um die Aktivitäten der Gruppe zu intensivieren, wurden seit April 2020 für mehreren online Sitzungen und im Rahmen der AIO Tagungen Projekte gesucht und zur Präsentation aufgefordert.

Daraus ergaben sich bisher die folgenden Projekte, die auch von der AIO als Studien unterstützt werden bzw. als Studie beantragt wurden.

Neue Projekte

Umfrage zur Evaluation der Nutzung digitaler Medien in Klinik und Praxis - Eine Umfrage der NOGGO-study group, AIO-DIG-0121/ass.

Dr. med. Donata Grimm – UKSH Campus Lübeck

Hintergrund:

Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen des Lebens voran. So auch im medizinischen Anwendungsbereich. In Form von Apps, der digitalen Patientenakte und Telemedizin bereichert die Nutzung digitaler Medien in der Medizin das Gesundheitssystem, birgt aber auch Risiken. Viele Fragen zur Nutzung digitaler Medien durch Ärzte im Bereich der Patientenversorgung sind unbeantwortet.

Ziel:

Ziel dieser Studie ist es, die Prävalenz sowie die durch die Ärzteschaft subjektiv wahrgenommenen Vor- und Nachteile der zunehmenden Digitalisierung in der Medizin mittels eines Online-Fragebogens zu untersuchen. Es ergeben sich Informationen über bereits vorhandene Strukturen, deren Akzeptanz sowie eine Orientierung über die Veränderung der Nutzung digitaler Medien in der Medizin durch die COVID-19-Pandemie. Auch der Wunsch nach einem Ausbau der Digitalisierung in verschiedenen Bereichen der Patientenversorgung soll mit dieser Studie quantifizierbar sein, sodass eine Bedarfsanalyse aus Sicht des Anwenders abgeleitet werden kann. Wie digital wollen Ärzte sein, wieviel Digitalisierung hält der Arzt/ die Ärztin als Anwender für sinnvoll und wovon hängen entsprechende Entscheidungen ab?

Studiendesign:

Die Studie wird als Querschnittstudie angelegt. Es handelt sich dabei um eine Online-Befragung von Ärzt*innen aller Ausbildungsabschnitte und jeder Fachrichtung in Klinik und Praxis, sowie Medizinstudierenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Den Zugang zum Online-Fragebogen, welcher über das Online-Umfrageportal SurveyMonkey konzipiert wurde, erhalten die Teilnehmer über einen Link bzw. einen QR-Code. Dieser wird über E-Mail-Verteiler, Newsletter, über Portale wie Amboss, auf Sitzungen von Fachgesellschaften bzw. Arbeitsgemeinschaften, ggf. auf Kongressen und über die Weiterleitung der Teilnehmer nach Schneeballprinzip distribuiert. Die Auswertung der Daten erfolgt anonymisiert mittels gängigen Statistikprogrammen.

Effekt einer multimedialen Entscheidungshilfe zur Frage „Soll ich an dieser Studie teilnehmen“ für Patienten auf die Drop-Out-Rate und auf die Teilnahme-Rate (EHDrop)

PD Dr. Jens Ulrich Rüffer, TAKEPART Media + Science GmbH, Köln

Im Projekt “Making SDM a reality” werden aktuell 83 multimediale und interaktive Entscheidungshilfen im Rahmen des “Shared Decision Making”-Konzepts am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) entwickelt und eingesetzt (Danner et al., 2021). Der Großteil der genutzten Entscheidungshilfen bezieht sich auf medizinische Entscheidungssituationen im klinischen Alltag des UKSH und liegt für Präferenz-sensitive Behandlungsoptionen vor. Durch evidenzbasierte Informationen werden die Patienten über die Behandlungsoptionen informiert. Die jeweiligen Vor- und Nachteile sowie die Wahrscheinlichkeiten für ihr Eintreten werden aufgezeigt. Nachfolgend kann der Patient seine Präferenz für eine der Optionen gewichten und mit den Ärzten besprechen. Die Entscheidungshilfe “Teilnahme an einer klinischen Studie” gibt einen generellen Überblick zu klinischen Studien und zu den Vor- und Nachteilen der Teilnahme bzw. Nichtteilnahme an einer Studie und kann für jede Studie individualisiert werden. Im Rahmen der Evaluation am UKSH konnte eine positive Wirkung auf Shared-Decision-Making bereits nachgewiesen werden (Danner et al., 2020). Jedoch untersucht die Studie am UKSH nicht die Effekte dieser Entscheidungshilfe auf die Rekrutierung von Studienteilnehmern oder auf die Drop-Out-Rate in klinischen Studien. Sowohl die Rekrutierung als auch die Studienadhärenz von Patienten stellen in klinischen Studien einen erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand dar (Moore et al., 2018). Darüber hinaus können fehlende Daten zu einer Verzerrung der Studienergebnisse führen (“bias due to missing outcome data”, Higgins et al., 2020).

Der Einsatz einer spezifischen Entscheidungshilfe im Rahmen von EHDrop soll erreichen, dass Patienten mehr über ihre Entscheidung wissen, den Aufwand und ihre Rolle als Studienteilnehmer realistischer einschätzen, diese eher tolerieren können und zufriedener mit ihrer Entscheidung sind (Stacey et al., 2017; Politi et al., 2016; National Research Council, 2010). Nicht hinreichend untersucht ist allerdings der Effekt von Entscheidungshilfen auf die Entscheidung über die Studienteilnahme (Gillies et al., 2015). Daher soll untersucht werden, ob die Nutzung einer multimedialen Entscheidungshilfe zu einer Senkung der Drop-Out-Rate und Steigerung der Teilnahme-Rate in Studien führt.

Art der Studie: Prospektive, randomisierte, einfach-verblindete Parallelgruppen-kontrollierte Studie

Studienziel: Verringerung der Drop-Out-Rate der Basisstudien

Bisher durchgeführte und laufende Projekte

Onkopti „digitalisierte onkologische Therapieprotokolle im Internet“

www.onkopti.de

Prof. Dr. Hartmut Link, Kaiserslautern

Das Onkopti Projekt wird seit 2005 in der AG vorgestellt und diskutiert. Von den Diskussionen in der AG gehen wichtige Impulse und Ideen für die Weiterentwicklung aus.

Kern von Onkopti® ist die relationale Datenbank, mit der Therapieprotokolle dynamisch generiert werden. Das Projekt wird seit 2007 in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering - IESE in Kaiserslautern kontinuierlich entwickelt.

Aktuell sind mehr als 1800 Therapieprotokolle online und zum Download als PDF oder im XML-Format zum Import in Anwendungsprogramme (BD Cato, MS Excel) verfügbar.

Demnächst ist die komplett neu gestaltete Website verfügbar, die auf ein modernes Software-programm umgestellt wurde. Die Umstellung hatte auch erhebliche Auswirkungen auf den Datenexport und die Lizenzverwaltung, so dass ein umfangreicher programmtechnischer Aufwand entstand.

Neu ist die Entwicklung einer kleineren, aber sehr komfortablen zusätzlichen Website als mobile web-App, die unter der Internetadresse www.onchem.com verfügbar ist. Diese Website ist auf PC, Tablet und Smartphone aufrufbar, so dass die Informationen über Therapieprotokolle jederzeit leicht verfügbar sind.

Die Installation kann über das Einscannen eines QR Codes oder über die Website www.onchemo.com erfolgen.

QR-Code

Diese Website wird demnächst auch auf Englisch publiziert. Dazu erfolgen durch das Fraunhofer IESE umfangreiche Programmierarbeiten allen Ebenen des Systems.

Anschließend wird auch die gesamte Website von Onkopti ebenfalls auf Englisch erstellt, so dass auch englische XML-Dateien der Protokolle exportiert werden können.

App-basiertes Molekulares Tumorboard

Dr. Friedrich Overkamp, Berlin/Würzburg

Es soll eine Studie angeregt werden, die die Anwendbarkeit und den Nutzen einer App für Biomarker-assoziierte Therapien validiert. Eine erste App wurde von der Plattform onkowissen.de entwickelt (praezisions.onkowissen.de) und wird im Rahmen des AIO Herbstkongress vorgestellt. Die Studie zur Validierung könnte in Zusammenarbeit mit der AG Molekulare und Translationale Onkologie durchgeführt werden.

Interner Bereich

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