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AIO-WISSENSCHAFTSPREIS 2017

Die Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. verleiht jährlich an herausragende Wissenschaftler den AIO-Wissenschaftspreis als Auszeichnung für die besten Studien zur Krebsentstehung und Behandlung

Zwei Wissenschaftler und Ärzte wurden mit dem höchsten Preis der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) der deutschen Krebsgesellschaft ausgezeichnet:

PD Dr. med. Marianne Sinn, tätig als Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie an

Prof. Dr. med. Tom Lüdde, tätig als leitender Oberarzt an der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselkrankheiten und Internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum RWTH Aachen

Sie erhielten den Preis für ihre herausragenden Publikationen und wegweisenden Forschungsergebnisse beim Bauchspeicheldrüsen- und Leberkrebs.

Die eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten sind in hochrangigen Journalen im Zeitraum 01.07.2016 bis 30.06.2017 zur Publikation angenommen oder erschienen. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des 14. AIO-Herbstkongresses am 17.11.2017 in Berlin. 

Höchste Auszeichnung der AIO

Der AIO-Wissenschaftspreis geht zu gleichen Teilen an einen Autor oder eine Autorengruppe mit der besten Publikation zur Entstehung von Krebs und zu innovativen Entwicklungen in der Krebsbehandlung (präklinischer Teil) bzw. zur klinischen Krebsforschung (klinischer Teil).

Der Jury gehörten in diesem Jahr an
Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Hamburg
Prof. Dr. Ullrich Graeven, Mönchengladbach
Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Berlin
Prof. Dr. Florian Lordick, Leipzig
Prof. Dr. Jens Siveke, Essen

AIO-Wissenschaftspreis 2017: präklinischer/translationaler Teil

Die wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „RIPK1 Suppresses a TRAF2-Dependent Pathway to Liver Cancer“, die in Cancer Cell im Januar 2017 publiziert wurde und mit der sich Prof. Dr. med. Tom Lüdde beworben hatte, wurde mit dem präklinischen translationalen Teil des AIO-Wissenschaftspreises geehrt.

Dem Forscher-Team unter der Leitung von Prof. Lüdde in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universität Heidelberg, des INSERM Paris sowie der Universität Melbourne ist es gelungen, einen neuen Signalweg zu identifizieren werden, welcher die initialen Schritte der Hepatokarzinogenese reguliert. Mittels innovativer Mausmodelle und molekularer und biochemischer Methoden konnte gezeigt werden, dass das Molekül RIP-Kinase1 (RIPK1) – ein Schlüsselmolekül der programmierten Nekrose- und Apoptose-Regulation – unabhängig von seiner Kinasefunktion über eine Komplexbildung mit der E3-Ligase TRAF2 eine Stabilisierung derselben in Leberzellen vermittelt. Die Deletion von Ripk1 in Mausleberzellen führte dementsprechend zu einer Degradierung von TRAF2 und damit zu einer direkten Caspase-8-Aktivierung als Basis für eine fehlgeleitete kompensatorische Hepatozyten-Proliferation und HCC Entstehung.

Interessanterweise zeigte sich auch, dass dieser neue Signalweg nicht nur in Maus-Lebern relevant ist, sondern auch in der humanen Karzinogenese. In einem Kollektiv von resezierten und transplantierten HCC Patienten wiesen Patienten mit einem intra-tumoralen Verlust der RIPK1- und TRAF2-Expression ein deutlich erhöhtes Rezidivrisiko und damit ein schlechteres Gesamtüberleben als HCC Patienten mit normaler RIPK1/TRAF2 Expression auf. Somit könnte dieser Signalweg nicht nur ein interessantes Target für eine zielgerichtete Therapie bzw. Chemoprävention des HCC, sondern auch ein wichtiger prognostischer und eventuell prädiktiver Biomarker für eine personalisierte Therapieentscheidung sein. Aufbauend auf dieser Arbeit untersucht das Team um Prof. Lüdde derzeit die Rolle weiterer RIP Kinase-assoziierter Zelltodformen, z.B. der Nekroptose, in der Hepatokarzinogenese. Gleichzeitig soll in einem systematischen Ansatz die prognostische Rolle dieser Signalwege in einem größeren Patientenkollektiv multizentrisch genauer charakterisiert werden.

Kontakt
Prof. Dr. med. Tom Lüdde Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselkrankheiten und
Internistische Intensivmedizin – Medizinische Klinik III
Universitätsklinikum Aachen (AöR) Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen

AIO-Wissenschaftspreis 2017: klinischer Teil

Die wissenschaftliche Arbeit „CONKO-005: Adjuvant Chemotherapy With Gemcitabine Plus Erlotinib Versus Gemcitabine Alone in Patients After R0 Resection of Pancreatic Cancer: A Multicenter Randomized Phase III Trial“, mit der sich PD Dr. med. Marianne Sinn beworben hatte und die im Journal Clinical Oncology 2015 33:4194-4201 am 07.06.2017 zur Publikation angenommen wurde und dann im August erschienen ist, wurde mit dem klinischen Teil des AIO-Wissenschaftspreises 2017 ausgezeichnet.
Die ersten Ergebnisse der CONKO-005 wurden bereits 2015 beim alljährlichen ASCO im Rahmen einer „oral abstract session“ (Abstract #4007) vorgestellt.

In diese randomisierte Phase III Studie wurden zwischen 2008 und 2013 deutschlandweit 436 Patienten mit einem primär resektablen Pankreaskarzinom nach R0 Resektion eingeschlossen. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie Überleben unter einer adjuvanten Therapie mit dem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib in Kombination mit Gemcitabin im Vergleich zur aktuellen postoperativen Standardtherapie mit Gemcitabin alleine. Nach einem medianen Follow-Up von 54 Monaten konnte zusammenfassend kein Zusatznutzen durch die Kombinationstherapie erreicht werden.
Die Studie wurde als „investigator-initiated trial“ von insgesamt 57 Studienzentren unter Leitung der CONKO-Studiengruppe (LKP Prof. Dr. Hanno Riess) und in enger Zusammenarbeit mit der AIO durchgeführt und finanziell durch die Roche Pharma AG unterstützt.
Obwohl die Studie keinen neuen Therapiestandard etablieren konnte, liefert sie wichtige Informationen (kein Zusatznutzen durch eine EGFR-Inhibition beim Pankreaskarzinom in der adjuvanten Therapie, postoperatives CA 19-9 als aussagekräftiger prognostischer Faktor) und gilt als exzellentes Beispiel für die Machbarkeit von IIT-Studien in Deutschland.

Kontakt
PD Dr. med. Marianne Sinn
CONKO-Studiengruppe
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum für Tumormedizin
Med. Klinik m. S. Hämatologie und Onkologie
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin

Preisträger des AIO-Wissenschaftspreises

Verleihung des AIO-Wissenschaftspreises

2014 - wurde der AIO-Wissenschaftspreis nicht verliehen!