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AIO-Wissenschaftspreis 2008

Verleihung des AIO-Wissenschaftspreises 2008

Der Wissenschaftspreis der AIO wurde in diesem Jahr an Prof. Dr. med. Nisar P. Malek (präklinischer Teil) und an Dr. med. Salah-Eddin Al-Batran (klinischer Teil) verliehen.

Auf dem Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) in Berlin wurde in feierlichem Rahmen wieder der Wissenschaftspreis verliehen. In diesem Jahr ging er an Prof. Dr. Nisar P. Malek von der Medizinischen Hochschule Hannover und Dr. Salah-Eddin Al-Batran vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt/Main. Die Jury unter Vorsitz von Priv.-Doz. Dr. Ullrich Greaven würdigte damit zwei herausragende Beiträge in den Bereichen präklinische bzw. klinische Forschung. Beide Preisträger stünden exemplarisch für den hohen wissenschaftlichen Anspruch der AIO, betonte Dr. Graeven.

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein

v.l.n.r. Priv.-Doz. Dr. Graeven, Dr. Brüdere (Pfizer), Dr. Al-Batran, Prof. Malek, Dr. Thürigen (Pfizer),
Prof. Hochhaus, Prof. Schmid

Präklinischer Teil: Neue Substanz stabilisiert Tumorsuppressorprotein

Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein

Prof. Dr. Malek erhält die Auszeichnung für seine Arbeit „Argyrin a reveals a critical role for the tumor suppressor protein p27(kip1) in mediating antitumor activities in response to proteasome inhibition.“ Ihm gelang es, ein Mausmodell zu erzeugen, mit dem es möglich war, die Bedeutung des proteolytischen Abbaus des p27-Proteins in vivo zu untersuchen. Das Protein ist ein Tumorsuppressor, dessen Verlust die Prognose von Krebspatienten deutlich verschlechtert. Maleks biochemische und zellbiologische Vorarbeiten anhand des Modells führten zur Entdeckung eines neuen Signaltransduktionweges, der den Abbau von p27 während des Zellteilungszyklus kontrolliert. .
Diese Erkenntnis rückte p27 als neues pharmkologisches Target in den Fokus des Interesses. Basierend darauf konnte die Substanz Argyrin A als neue, p27 stabilisierende Substanz identifiziert und charakterisiert werden. Diese Stabilisierung führt letztlich zu einer Zerstörung des Tumors. Dr. Graeven wies in seiner Laudatio darauf hin, dass die prämierte Arbeit ein gutes Beispiel dafür sei, „wie durch Grundlagenforschung innerhalb der AIO neue Substanzen bis hin zur Phase I entwickelt werden können.“ Die in der Fachzeitschrift „Cancer Cell“ veröffentlichten Ergebnisse stießen weltweit auf großes wissenschaftliches Interesse und geben wichtige Impulse für die Entwicklung neuer, hochwirksamer Medikamente im Kampf gegen Krebs

Klinischer Teil: Verbesserung palliativer Therapie bei Magenkrebs

v.r.n.l.:  Prof. Seufferlein, Halle; PD Dr. Graeven, Mönchengladbach; Prof. Greten, München; Prof. Issels, München; Prof. Krämer, Heidelberg; Prof. Keilholz, Berlin; Prof. Hochhaus, Jena; Dr. Kalanovic (Pfizer), Berlin

Mit dem AIO-Wissenschaftspreis für den klinischen Teil wird Dr. med. Salah-Eddin Al-Batran für seine Arbeit „Phase III trial in metastatic gastroesophageal adenocarcinoma with fluorouracil, leucovorin plus either oxaliplatin or cisplatin: a study of the Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie“ geehrt. Sie ist eine von weltweit zwei erfolgreich abgeschlossenen Phase-III-Studien zum Stellenwert von Oxaliplatin beim Magenkarzinom. Die Publikation hat eine hohe praktische Relevanz für das klinische Management von Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom: Sie konnte zeigen, dass die Integration von Oxaliplatin zu einem verbesserten Nutzen-Risiko-Verhältnis in der palliativen Systemtherapie beim Magenkarzinom führt.
Das Ergebnis war insofern zusätzlich überraschend, als nicht nur die Verträglichkeit des Chemotherapie-Regimes mit Oxaliplatin besser war, sondern bei älteren Patienten auch die Wirksamkeit. Die Studiendaten wurden im März 2008 im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht und auf der diesjährigen Jahrestagung der DGHO als „best abstract“ ausgezeichnet.

Die prämierte Studie hat den Anstoß für weitere Studienprojekte innerhalb und außerhalb der AIO gegeben, so für die inzwischen abgeschlossene FLOT-Studie und die randomisierte FLOT65+. Drei weitere Studien in der palliativen und neoadjuvanten Situation befinden sich in der Vorbereitung. In seiner Laudatio würdigte Dr. Graeven die Arbeit als Beispiel dafür, wie eine anfänglich kleine Studiengruppe aus Kliniken und onkologischen Schwerpunktpraxen international wettbewerbsfähige Projekte durchführen und erfolgreich abschließen kann.